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Übung: „Ich kann was tun!"

Material

Ziele

  • Wissen, was man in problematischen Situationen tun kann
  • Problematische Situationen nicht ignorieren, sondern handeln
  • Konkrete Situationen im eigenen Leben besser einordnen

Ablauf

Die Schüler:innen überlegen sich anhand des Arbeitsblatts, wie sie auf unterschiedliche Konfliktsituationen reagieren würden. Dabei bleiben sie nicht nur bei den vorgegebenen Beispielen, sondern überlegen sich auch eigene Szenarien und Antwortmöglichkeiten.

Phase 1

Starten Sie mit einer Einstiegsfrage (zum Beispiel „Wie reagierst du auf Hass-Kommentare?“) und diskutieren Sie so über die Erfahrungen der Schüler:innen. Anschließend lesen sich die Schüler:innen das Arbeitsblatt durch und verbinden die jeweiligen Konflikte mit einer Lösungsstrategie. Dabei überlegt jede:r für sich, welcher Ansatz für sie:ihn am besten passt.

Phase 2

Nun vergleichen die Schüler:innen ihre unterschiedlichen Lösungsansätze untereinander. Kommen die Schüler:innen auf ähnliche Antworten? Welche neuen, noch nicht auf dem Arbeitsblatt genannten Strategien gibt es? Welche Schwierigkeiten könnte es geben, worauf muss man achten?


Hintergrundinformation: Wie reagieren?

Eine häufige Strategie von Kindern mit Hass im Netz umzugehen, ist diesen einfach zu ignorieren. Das passiert beinahe selbstverständlich. Teilweise aus Angst, sich selbst in Gefahr zu bringen, oft aber auch deshalb, weil Kinder ihre eigenen Maßnahmen als wirkungslos einschätzen oder schlichtweg nicht wissen, wie sie stattdessen reagieren könnten.

Was Kinder und Jugendliche tun können

Tatsächlich gibt es eine Reihe an Möglichkeiten, selbst aktiv zu werden und gegen hasserfüllte Postings vorzugehen. Die nachfolgenden Ideen basieren auf den Vorschlägen von Jugendlichen aus dem Forschungsprojekt „Cyber Heroes“.

Wichtig ist, dass sich die Kinder und Jugendlichen mit ihren Handlungen wohlfühlen und nichts machen, was die Sache verschlimmern könnte (wie zum Beispiel Gegenangriffe zu starten).

Den Betroffenen helfen

  • Kurze Kommentare posten, die verdeutlichen, dass man gewisse Aussagen nicht gut findet, ohne sich in eine langwierige Diskussion zu verwickeln (zum Beispiel „Ich finde das nicht okay.“ oder „Das ist nicht lustig.“).
  • Likes, Sternchen oder Herzchen und Kommentare posten, um jene zu unterstützen, die sich bereits dagegen aussprechen (zum Beispiel „Finde ich auch“, „Bin ich die:der Einzige, die:der das nicht okay oder lustig findet?“).
  • Das Opfer für andere sichtbar in Schutz nehmen und sich hinter die Person stellen.
  • Das Opfer trösten und Unterstützung anbieten (für andere sichtbar oder in Direktnachrichten beziehungsweise von Angesicht zu Angesicht).

Manche bekommen durch Hilfe von außen das Gefühl, noch mehr zum Opfer zu werden und wollen daher lieber in Ruhe gelassen werden.

Sich direkt auf die Hater:innen beziehen

  • Hinterfragen: „Warum tun sie das?“
  • Nachfragen: „Warum sagst du das?“, „Warum wirst du beleidigend?“, „Warum machst du schlechte Stimmung?“
  • Gegenrede leisten: „Das stimmt nicht. Das ist ein Vorurteil.“

Mitlesende ansprechen

  • Jene unterstützen, die sich bereits gegen Hass aussprechen (mit Bestätigungen, Likes, Herzchen und Kommentaren).
  • Auf ein neues Thema ablenken, um den Konflikt zu deeskalieren.
  • Die Stimmung auflockern, zum Beispiel mit lustigen Memes oder Videos. Achtung: Die problematischen Inhalte sollten dadurch nicht ins Lächerliche gezogen werden!
 Unterrichtsmaterial_Hass-im-Netz-kontern.pdf

Unterrichtsmaterial: Hass im Netz kontern

Dieses Unterrichtsmaterial bietet Informationen zum Thema Hass im Netz kontern und Übungsbeispiele für Schüler:innen ab 9 Jahren.

Veröffentlichung: August 2022