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Übung: „Das tun wir, anstatt zu streiten"

ThemaPersönliche Konfliktlösungsstrategien entwickeln
BroschüreAktiv gegen Cybermobbing (Thema 7)
Alterab der 5. Schulstufe
Dauer1 UE
UnterrichtsfächerDigitale Grundbildung | Soziales Lernen | Sprachen | KV-Stunden

Ziele

  • Sich selbst besser kennen lernen
  • Eigene Konfliktlösungsstrategien reflektieren und erarbeiten

Ablauf

Die Schüler:innen diskutieren über eigene Erfahrungen mit Konflikten und mögliche Auslöser für Streitigkeiten. Am besten wird die Übung mit Beispielen eingeleitet.

Phase 1

Die Schüler:innen gehen in Kleingruppen zusammen. Lassen Sie sie selbst entscheiden, mit wem sie zusammenarbeiten möchten. Nun erzählen sie sich gegenseitig von Konfliktsituationen und wie sie diese lösen konnten.

Eine Person schreibt für alle mit: Wie wurde der Konflikt gelöst? Welcher konfliktlösende Satz wurde gesagt? Was wurde getan? Wer hat unterstützt? (Nur notieren, was geholfen hat, nicht den Streit selbst).

Phase 2

Nun bespricht die Klasse gemeinsam, welche Konfliktlösungsstrategien sie kennt. Dazu werden die einzelnen Geschichten verkürzt und anonymisiert vorgetragen. Die gemeinsamen Erkenntnisse werden auf der Tafel festgehalten. Folgende Aspekte können dabei vorkommen:

  • Ich-Botschaften statt Anschuldigungen („Ich fühle mich nicht beachtet.“ statt „Du beachtest mich nicht!“).
  • Taten und Gründe für Verletzungen benennen, statt allgemeine Beschimpfungen auszuteilen.
  • Konkrete Wünsche äußern, statt auf deren Erfüllung zu warten.
  • Andere ausreden lassen und zuhören.
  • Zwischen zwei Seiten vermitteln, ohne selbst Partei zu ergreifen.


Phase 3

Die Schüler:innen denken sich nun selbst jeweils mindestens 3 Situationen aus, die sie verärgern könnten.

Beispiele: ausgeschlossen werden; nicht beachtet werden; beschimpft, ausgelacht oder angestarrt werden.

Diese verbinden sie dann mit ihren Lösungsstrategien aus Phase 2.

Beispiele

Das ärgert michDas kann ich tun
Ich werde nicht beachtet.Ich spreche es konkret an: „Ich fühle mich nicht beachtet."
Ich werde ausgeschlossen.Ich spreche es konkret an: „Ich fühle mich ausgeschlossen. Ich würde gerne mit euch mitmachen."
Meine Familie wird beleidigt.Ich bitte: „Lasst meine Familie bitte aus dem Spiel, die hat damit nichts zu tun."

Hintergrundinformation: Persönliche Konfliktlösungsstrategien entwickeln

Vielen Kindern und Jugendlichen fehlen Strategien, um mit ihren eigenen Gefühlen umzugehen. Cybermobbing wird dann manchmal als eine Art „Konfliktlösung“ gesehen.

Funktionen von Cybermobbing

  • Entlastung: Mobbing dient als Ventil für aufgestaute Aggressionen.
  • Anerkennung: Mobbing wird eingesetzt, um Anerkennung zu erfahren, gerade dann, wenn diese den Jugendlichen in anderen Bereichen fehlt (z. B. fehlende Anerkennung durch die Familie oder schlechte schulische Leistungen).
  • Stärkung des Gemeinschaftsgefühls: Mobbing geschieht meist in Gruppen nach dem Motto „Gemeinsam sind wir stark!". Die Täter:innen gelten meist als respekteinflößend und cool.

Alternativen zu Cybermobbing

Um Cybermobbing vorzubeugen, ist es wichtig, darauf zu achten, dass Aggressionen gezielt abgebaut werden können und die Jugendlichen auf andere Weise Anerkennung erfahren. Dabei brauchen sie Unterstützung:

  • Wie kann man sich abreagieren? Wie reagiert man auf Kränkungen oder Provokationen? Wie kommuniziert man mit anderen, ohne zu streiten? Wie geht man mit Meinungsverschiedenheiten um?
  • Wie kann man Anerkennung bekommen, ohne sich über andere zu stellen oder jemanden zu mobben?
  • Wie lässt sich das Gemeinschaftsgefühl auf positive Weise stärken?

Idee für den Unterricht

Dialoge für vorgegebene Konfliktsituationen schreiben: „Konflikte in meinem Alltag lösen“, Universität Potsdam (PDF)

 Aktiv_gegen_Cybermobbing.pdf

Unterrichtsmaterial: Aktiv gegen Cybermobbing

Das Unterrichtsmaterial „Aktiv gegen Cybermobbing“ bietet umfangreiche Informationen zum Thema Cybermobbing sowie Übungen für den Einsatz im Unterricht.

Veröffentlichung: August 2025