Übung: „Vor Love Scams warnen"
| Thema | Love Scams |
| Broschüre | Sexualität, Gewalt und digitale Medien (Thema 13) |
| Alter | ab 13 Jahren |
| Dauer | 2 Stunden |
Ziele
- Love Scams erkennen und sich davor schützen können
- Präventionstipps auf leicht verständliche Weise formulieren
Ablauf
Die Jugendlichen informieren sich über Love Scams und erstellen Plakate, die auf niederschwellige Weise darüber aufklären.
Phase 1
In Kleingruppen recherchieren die Jugendlichen, was Love Scams sind, welche typischen Warnsignale es gibt und wie man sich davor schützen kann.
Phase 2
Nun erstellen die Jugendlichen in Gruppen Plakate, die vor Love Scams warnen. Diese sollen sich insbesondere an Menschen mit geringer Lese- und Medienkompetenz richten und daher wenig Text enthalten, dafür viele Symbole, Bilder und einfach formulierte Botschaften (z. B.: „Gib nur Menschen Geld, die du wirklich kennst!“).
Phase 3
Danach stellt jede Gruppe ihr Plakat vor. Abschließend wird im Plenum reflektiert:
- Welche Warnsignale sind am wichtigsten?
- Wie kann jede:r selbst im Alltag aufpassen?
- Welche Rolle spielen Freund:innen und Familie als Schutznetz?
Optional können die Plakate in der Einrichtung (bzw. auf der Website) ausgestellt werden, um andere Jugendliche für Love Scams zu sensibilisieren.
Hintergrundinformation: Love Scams
Wenn das menschliche Grundbedürfnis nach Liebe und Anerkennung ausgenutzt wird, spricht man von sogenannten Love Scams. Dabei handelt es sich um eine Betrugsform, bei der die Täter:innen eine emotionale Bindung vortäuschen, um ihre Opfer finanziell oder materiell auszunutzen.
Dieses Phänomen ist nicht neu – schon früher gab es „Heiratsschwindler“. Im digitalen Zeitalter machen es Dating-Apps, soziale Netzwerke und Messenger-Dienste den Täter:innen aber besonders leicht, potenzielle Opfer zu finden und sich deren Vertrauen zu erschleichen.
Typische Strategien bei Love Scams
- Schnelle emotionale Nähe: Täter:innen überhäufen ihre Opfer mit Aufmerksamkeit, Komplimenten und Liebesbekundungen („Love Bombing“).
- Dramatische Lebensumstände: Häufig wird eine Notlage erfunden, zum Beispiel eine Krankheit, ein Unfall oder ein finanzielles Problem, das angeblich nur durch kurzfristige Unterstützung lösbar ist.
- Bitten um Geld oder Geschenke: Nach der Vertrauensphase werden Opfer gebeten, Geld zu überweisen, in Kryptowährungen zu investieren oder Zugangsdaten zu teilen.
- Vermeidung persönlicher Treffen: Treffen in der realen Welt werden immer wieder verschoben, mit oft glaubwürdigen, aber erfundenen Ausreden.
Wie kann man sich schützen?
Auch wenn Love Scams vor allem auf Personen abzielen, die einsam oder emotional instabil sind: Opfer kann jede:r werden – Intelligenz oder Lebenserfahrung schützen nicht automatisch davor. Umso wichtiger ist es, bestimmte Vorsichtsmaßnahmen zu beachten:
- Skeptisch sein: Besonders bei Onlinebekanntschaften, die sehr schnell sehr intensiv werden, ist Vorsicht geboten.
- Nichts schicken: Niemals Geld, Kryptowährungen oder sensible Daten an Personen senden, die man nur online kennt.
- Nicht überstürzt handeln: Zeit nehmen, um über Forderungen nachzudenken und diese kritisch zu hinterfragen.
- An Vertrauenspersonen wenden: Mit Freund:innen oder Familie über die Onlinebeziehung sprechen – Außenstehende erkennen Warnsignale oft schneller!
- Informiert bleiben: Services und Plattformen wie die Watchlist Internet nutzen.
Pädagogisches Handbuch: Sexualität, Gewalt und digitale Medien
TippDas Handbuch „Sexualität, Gewalt und digitale Medien“ unterstützt pädagogische Fachkräfte bei der Auseinandersetzung mit Sexualität und sexueller Gewalt im Internet und enthält Übungen für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen.
Veröffentlichung: September 2025