Übung: „Schulung für junge Onliner:innen"
| Thema | Erwachsen werden in Sozialen Netzwerken |
| Broschüre | Selbstdarstellung von Mädchen und Jungs im Internet (Thema 3) |
| Alter | ab der 8. Schulstufe |
| Unterrichtsfächer | Berufsorientierung, Informatik, Soziales Lernen |
| Digitale Grundbildung | Gesellschaftliche Aspekte von Medienwandel und Digitalisierung, Betriebssysteme und Standardanwendungen, Digitale Kommunikation und Social Media, Sicherheit |
| Vorbereitung | Schulung für 1 UE im EDV-Saal organisieren |
| Dauer | 4 UE |
Ziele
- Das eigene Verhalten in Sozialen Netzwerken reflektieren
- Verantwortung für andere übernehmen und Bestätigung erfahren
- Präsentationstechniken erlernen
Ablauf
Die SchülerInnen planen für eine jüngere Zielgruppe (ca. 10 bis 12 Jahre alt) eine Schulung und führen diese durch.
Phase 1 – Tipps formulieren
Die SchülerInnen formulieren in Kleingruppen Tipps für Einsteigende in Soziale Netzwerke:
- Was sollte man unbedingt wissen und beachten?
- Wie können Fehler und Konflikte vermieden werden?
- Welche Tipps gibt es speziell für Mädchen bzw. Jungs?
Ausgehend von diesen Tipps erstellen die SchülerInnen eine ca. zehnminütige Präsentation.
Phase 2 – Feedback geben
Die Gruppen geben sich gegenseitig Feedback. Dazu geht immer eine Person in eine andere Gruppe, präsentiert ihre Tipps und notiert das Feedback der fremden Gruppe. Am Ende kommen alle wieder in ihre ursprüngliche Gruppe zurück und überarbeiten gemeinsam ihre Präsentationen.
Phase 3 - Schulung durchführen
Die SchülerInnen schulen nun die jüngeren Peergroups. Wichtig dabei ist, genügend Zeit für anschließende Fragen einzuräumen.
Phase 4 - Schulung nachbesprechen
Peer-Schulungen sollten immer gemeinsam reflektiert werden:
- Wie ist die Schulung bei den SchülerInnen angekommen?
- Was war überraschend?
- Haben die Annahmen über geschlechterspezifische Unterschiede gestimmt?
- Konnten die SchülerInnen auch von den Jüngeren lernen?
- Was hat sich bewährt, was sollte beim nächsten Mal anders gemacht werden?
Tipp
Sollten die SchülerInnen große Unterschiede im Online-Verhalten je nach Geschlecht feststellen, kann es sinnvoll sein, die zu schulenden SchülerInnen in Gruppen zu unterteilen.
Achtung
Achten Sie auf eine wertschätzende, konstruktive Rückmeldung in den Gruppen.
Leitfaden
Österreichisches Zentrum für Persönlichkeitsbildung und soziales Lernen (ÖZEPS) – Informationen zu Peer-Learning in Schulen
Hintergrundinformation: Erwachsen werden in Sozialen Netzwerken
Jugendliche erleben im Laufe der Jahre so einiges im Netz. Sie machen positive und auch negative Erfahrungen. Ihr Online-Verhalten ändert sich dadurch, sie werden auch im Internet erwachsen – so sehen das zumindest die Jugendlichen selbst.
„Wenn man schon seit 2009 Facebook hat und dann irgendwann in der Chronik ganz nach unten scrollt, ist es schon irgendwie peinlich.“ Schülerin, 15 Jahre
Jugendliche erleben ihr eigenes Verhalten in Sozialen Netzwerken als Prozess. Umso jünger sie sind, desto häufiger werden Nebensächlichkeiten gepostet und gelikt. Mit dem Älterwerden werden die Postings zielgerichteter und oft wird sogar ganz aufs Posten verzichtet. Die Nutzung Sozialer Netzwerke wird selektiver. Die anfängliche Faszination nimmt ab, verwendet werden Soziale Medien dennoch weiterhin.
Eine typische „Social-Media-Karriere“ aus der Sicht von älteren Jugendlichen
Jüngere:
- Jeder Blödsinn und auch sehr freizügige Aufnahmen werden gepostet.
- Man tritt selten aus Gruppen aus, auch wenn diese bedenklich sind, aus Angst etwas zu versäumen.
- Jede Menge Selfies werden am eigenen Handy gemacht und gespeichert, der Überblick geht dabei verloren.
- Jeder Trend (z. B. auf TikTok) wird mitgemacht.
Ältere:
- Die Nutzung wird selektiver.
- Postings werden zunehmend unterlassen oder erfolgen sehr selektiv.
- Das Informieren steht im Vordergrund (Stichwort „Stalking“: Mitbekommen, was andere tun).
- Weitere Nutzungsmotive sind Beziehungspflege, Zeitvertreib, Ablenkung und Aggressionsabbau.
- Ein Problem sind Konten in Sozialen Netzwerken, auf die kein Zugriff mehr besteht.
Voneinander lernen
- Profitieren Sie von den Erfahrungen Ihrer SchülerInnen und lassen Sie sich Tipps geben, wie Sie Soziale Netzwerke sinnvoll nutzen können.
- Setzen Sie ältere SchülerInnen als Coaches für jüngere SchülerInnen ein. Lassen Sie diese z. B. eine Unterrichtseinheit im EDV-Saal zum Thema „Soziale Netzwerke“ gestalten.
- Reflektieren Sie mit Ihrer Schulklasse die Nutzung von Sozialen Netzwerken und lassen Sie sich erklären, wie das Erwachsenwerden darin abläuft.
Link
Saferinternet.at – Infos und Tipps rund um das Thema Datenschutz
Unterrichtsmaterial: Selbstdarstellung von Mädchen und Jungs im Internet
Das Unterrichtsmaterial „Selbstdarstellung von Mädchen und Jungs im Internet“ soll Kinder und Jugendliche zur Reflexion des eigenen Image-Managements und von festgefahrenen Stereotypen anregen.
Veröffentlichung: Januar 2021