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ThemaKettenbriefe - alles Lüge!
BroschüreSafer Internet in der Volksschule (Thema 4)
Alterab 7 Jahre bzw. ab dem Zeitpunkt, wo die Mehrheit der Klasse online vernetzt ist
MaterialPapier und Stifte für Plakate
Dauer1-2 Unterrichtseinheiten
Digitale Kompetenzen digi.komp41.2. „Ich kenne Risiken bei der Nutzung von Informationstechnologien und weiß, wie ich mich im gegebenen Fall verhalten soll." 3.4. „Ich beachte Umgangsformen im Internet."
Medienbildung in der Volksschulekommunikatives Handeln reflektiert wahrnehmen, verstehen und gewaltfrei gestalten; Medieninhalte und Mediengestaltungen kritisch bewerten

Ziele

  • einschätzen können, ob Kettenbriefe wahr sind oder nicht
  • mit Kettenbriefen verantwortungsvoll umgehen

Ablauf

Zur Einstimmung sammeln die Kinder gemeinsam verschiedene Arten von Kettenbriefen und besprechen deren Ähnlichkeiten. Anschließend erarbeiten sie in Kleingruppen Regeln für den Umgang mit Kettenbriefen.

Phase 1

Die Kinder diskutieren in Gruppen die folgenden Fragen und notieren ihre Antworten:

  • Woran erkennen wir Kettenbriefe?
  • Welche Kettenbriefe schicken wir weiter?
  • Was machen wir, wenn uns ein Kettenbrief Angst macht?
  • An wen können wir uns wenden, wenn uns ein Kettenbrief unangenehm ist?


Phase 2

Nun werden alle Notizen so aufgehängt oder aufgelegt, dass sie für die ganze Klasse sichtbar sind.

Phase 3

Anhand der gesammelten Antworten überlegen die Kinder gemeinsam Klassenregeln. Diese werden auf einem Plakat festgehalten, das in der Klasse aufgehängt wird. Damit sich die Schüler:innen daran halten, müssen die Regeln für alle verständlich und nachvollziehbar sein!

Variante

Die Schüler:innen lösen eine Rechenaufgabe: Anna schickt Paul auf WhatsApp einen Kettenbrief. Der Inhalt macht Paul Angst. Er leitet die Nachricht sofort an Lara, Tom, Jonas, Valentin und Adrian weiter. Diese schicken den Kettenbrief ebenfalls an jeweils fünf Freund:innen weiter. Annas Lehrerin möchte nun, dass alle beteiligten Kinder den Kettenbrief wieder löschen, um keine weiteren Kinder zu verstören. Wie viele Kinder haben den Kettenbrief mindestens erhalten und sollen ihn nun löschen?


Hintergrundinformation: Kettenbriefe – alles Lüge!

Kettenbriefe sind kein neues Phänomen. Unter Kindern werden diese heute vor allem über Messenger-Dienste wie WhatsApp verbreitet. Die Inhalte reichen dabei von freundlich über betrügerisch bis hin zu bedrohlich und angsteinflößend. Allen gemeinsam ist, dass sie ein möglichst breites Publikum erreichen wollen und in der Regel völlig frei erfunden sind.

Kettenbriefe als Angstmacher

Gruselige Nachrichten oder Kettenbriefe mit Morddrohungen können Kinder sehr erschrecken und eine ganze Weile emotional beschäftigen. Eine Auseinandersetzung mit Kettenbriefen ist daher auch im Unterricht sinnvoll. Nehmen Sie die Ängste Ihrer Schüler:innen ernst und klären Sie über Kettenbriefe und deren Wahrheitsgehalt auf.

Gründe, warum Kettenbriefe verschickt werden

  • Die eigene Reichweite abtesten: „Mein Kettenbrief wird sogar in anderen Schulen geteilt!“
  • Macht über andere haben: „Ich kann jemandem Angst machen!"
  • Die eigene Kreativität ausleben: „Ich kann etwas kreieren und andere finden es gut!“

Tipps zum Umgang mit Kettenbriefen in der Klasse

  • Thematisieren: Suchen Sie aktiv das Gespräch und fragen Sie Ihre Schüler:innen, welche Kettenbriefe sie aktuell erhalten.
  • Die Angst nehmen: Machen Sie deutlich, dass die geteilten Horrorgeschichten nicht wahr sind und dass nichts Schlimmes passiert, wenn man sie nicht weiterleitet. Dabei kann es helfen, von eigenen Erfahrungen zu erzählen: „Ich habe selbst schon Kettenbriefe bekommen und sie gelöscht, ohne sie weiterzuleiten. Trotzdem ist nichts passiert!"
  • Regeln vereinbaren: Stellen Sie gemeinsam mit Ihren Schüler:innen Regeln für den Umgang mit unterschiedlichen Kettenbriefen auf (zum Beispiel nicht weiterschicken, löschen et cetera).

Was Kinder wissen sollten

Wenn in Kettenbriefen Dinge behauptet werden, die dir und anderen Kindern Angst machen, dann denk daran: Genau das ist das Ziel von Kettenbriefen! Weder die Gesundheit deiner Eltern, noch irgendwelche Monster haben etwas mit Kettenbriefen zu tun. Du bist auch nicht weniger beliebt, nur weil du wenig Herzchen, Blumen oder ähnliches zurückbekommst. Lass dich nicht verunsichern und schicke die Kettenbriefe nicht weiter, sonst bekommen noch mehr Kinder Angst! Am besten, du löschst sie einfach!

 Safer_Internet_in_der_Volksschule.pdf

Unterrichtsmaterial: Safer Internet in der Volksschule

Schon in der Volksschule spielen Smartphones, Tablets und die damit verbundene Internetnutzung eine große Rolle. In diesem Leitfaden für die Volksschule zeigen wir, welche Themen bereits die Kleinsten beschäftigen und wie sie in den Schulalltag integriert werden können.

Veröffentlichung: August 2023