Übung: „In ein neues Thema einarbeiten"
| Thema | Fakten richtig einschätzen |
| Broschüre | Digitalisierung und Klima (Thema 1) |
| Dauer | 1-3 UE, je nach Kompexität des gewählten Themas |
| Art | Gruppenarbeit, Recherche, Präsentation |
| DigComp 2.2 AT | 1. Umgang mit Informationen und Daten, 3. Kreation digitaler Inhalte, 4. Sicherheit |
| Digi.komp12 | 3.1 Produktion digitaler Inhalte, 3.3 Suche, Auswahl und Organisation von Information |
| SDGs | Ziel 4 „Hochwertige Bildung" |
Ziele
- Wissen, wie man sich einem neuen Thema nähert
- Quellen kritisch hinterfragen
- Kritisches Denken
Ablauf
Die Schüler:innen erarbeiten ein neues Thema und treffen Vorüberlegungen für ein wissenschaftliches Forschungsprojekt.
Phase 1
Die Schüler:innen überlegen sich ein Forschungsthema rund um Digitalisierung und Klima, das sie interessiert (zum Beispiel Einfluss von Streaming-Diensten auf das Klima), und finden sich in Kleingruppen zusammen.
Phase 2
Die Schüler:innen sammeln ihre Gedanken und Rechercheergebnisse (zum Beispiel mittels einer Mindmap) auf einem Plakat:
- Welche Akteur:innen könnten Interesse an den Forschungsergebnissen haben und warum?
- Welche Unterthemen sind wichtig?
- Wo gibt es Überschneidungen zu anderen Themen?
- Welche Forschungsinstitutionen sind in diesem Feld aktiv, auf welche Daten kann man aufbauen?
- Wo gibt es gute Quellen?
- Welche Meinung haben die Schüler:innen selbst und wie beeinflusst das die Arbeit?
Phase 3
Abschließend strukturieren die Schüler:innen ihre Gedanken in mögliche Forschungsschritte und stellen diese der gesamten Klasse vor.
Diese Übung eignet sich auch als Vorbereitung auf eine VWA/Diplomarbeit.
Hintergrundinformation: Fakten richtig einschätzen
Gesellschaftliche Debatten über neue Themen können einen ganz schön verunsichern. Über unterschiedliche Kanäle werden teils widersprüchliche Informationen verbreitet und Wahr und Falsch vermischen sich. Oft werden Themen wie das Klima auch von öffentlichen Personen oder Organisationen vereinnahmt und aus deren Perspektive betrachtet. Das sorgt meist für zusätzliche Verwirrung.
Die Entwicklung einzelner Themen im öffentlichen Diskurs macht jedenfalls eines deutlich: Auch die Faktenlage kann sich im Laufe der Zeit ändern – weil sich die Forschung weiterentwickelt oder sich wichtige Einflussfaktoren ändern.
Gesellschaftlicher Blick auf digitale Medien und den Klimawandel im Laufe der Zeit
1990er Jahre: Annahme, dass durch mögliche Telearbeit der Verkehr reduziert und CO2-Ausstoß verringert wird: (PDF, Wilson & Stewart).
2000er Jahre: Die Informationsgesellschaft wird als wichtiger Aspekt nachhaltiger Entwicklungen erachtet: (PDF, Isenmann).
2010er Jahre: Digitalisierung wird zum Motor der Wirtschaft, ohne Digitalisierung keine wirtschaftliche Perspektive: (Die Welt).
2020er Jahre: Klimawandel wird als ein gesellschaftlich relevantes Thema angesehen, nicht mehr abgekoppelt von anderen wirtschaftlichen Themen. Es entsteht die Debatte: Hilft oder schadet die Digitalisierung?
Hoffnung, digitale Medien reduzieren den Verkehr → Digitalisierung wird Alltag → Befürchtung, Digitalisierung hat negativen Einfluss auf das Klima
Wie kann man Fakten bewerten?
Ein echter Faktencheck ist für Einzelpersonen in der Praxis meist nicht möglich. Man ist auf verlässliche Quellen und das eigene kritische Denken angewiesen. Einen ersten guten Überblick über aktuell geltende Standards erhält man in sogenannten Green (Grundlage für Diskussion und Meinungsbildung) beziehungsweise White Papers (Grundlage für politische Umsetzung und Entscheidungsfindung) von UNO, OECD und EU. Wichtig ist immer auch der Kontext einer Forschung: Wer hat wann, warum und durch wen finanziert geforscht? Gibt es vergleichbare Forschungen?
Unterrichtsmaterial: Digitalisierung und Klima
Im Handbuch "Digitalisierung und Klima" wird das Thema Umweltbewusstsein in der digitalen Welt näher beleuchtet. Es wird hinterfragt, was das Klima mit digitalen Medien und Jugendlichen zu tun hat.
Veröffentlichung: Oktober 2020