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Übung: „Mein digitales Gerät"

ThemaRessourcenverbrauch bei der Herstellung von Geräten
BroschüreDigitalisierung und Klima (Thema 6)
Dauer2 UE + HÜ
ArtRecherche, Diskussion
DigComp 2.2 AT1. Umgang mit Informationen und Daten, 2. Kommunikation und Zusammenarbeit, 4. Sicherheit 
Digi.komp123.3 Suche, Auswahl und Organisation von Information, 3.4 Kommunikation und Kooperation
SDGsZiel 12 „Verantwortungsvolle Konsum- und Produktionsmuster"

Ziele

  • Ökologischen Einfluss von digitalen Geräten hinterfragen können
  • Das eigene Gerät kennen
  • Eine bewusste Auswahl treffen können

Ablauf

Die Schüler:innen recherchieren zu ihren eigenen Geräten und bilden die Herkunft der dafür benötigten Ressourcen ab.

Phase 1

Die Schüler:innen sammeln so viele Informationen wie möglich über ihr eigenes Gerät. Hilfreich für die Suche können die Links auf der vorherigen Seite, Nachhaltigkeitsberichte der Firmen sowie die Stichworte „cleanIT“ oder „greenIT“ sein.

  • Was ist in meinem Gerät verbaut?
  • Woher kommen die einzelnen Rohstoffe?
  • Wie wurde mein Smartphone hergestellt?
  • Unter welchen ökologischen Bedingungen wurde es hergestellt?
  • In welchen Ländern und unter welchen Arbeitsbedingungen wurde es produziert?
  • Wofür werden die Gewinne genutzt?


Phase 2

Die Schüler:innen tragen nun ihre Erkenntnisse in eine Tabelle oder auf einer Landkarte ein.

Phase 3

Abschließend reflektieren die Schüler:innen gemeinsam über ihre Ergebnisse:

  • Wie schwer/leicht war es, diese Informationen zu finden?
  • Lassen sich die Geräte wirklich vergleichen?
  • Gibt es Geräte, die empfehlenswerter sind als andere?
  • Welche Parameter sind einfach zu finden, welche vielleicht gar nicht?

Beispiel Phase 2:


Hintergrundinformation: Ressourcenverbrauch bei der Herstellung von Geräten

Ein erster Schritt zu einer klimabewussten Nutzung digitaler Geräte besteht darin, sich über die Herkunft der Rohstoffe zu informieren und darauf zu achten, ihre Lebensdauer maximal auszunutzen.

Produktion von Smartphones und Tablets

Ein modernes Smartphone besteht aus rund 50 verschiedenen Metallen und seltenen Erden. Darunter sind auch einige sogenannte kritische Rohstoffe, d.h. jene Metalle, die nur in wenigen Ländern zu finden sind, immer knapper werden und sich meist schwer recyceln lassen. (Europäische Kommission: Große Herausforderungen für die Industrie der EU: 20 kritische Rohstoffe)

Der Abbau solcher seltenen Ressourcen hat großen Einfluss auf die Umwelt und die Menschheit, wie folgende Beispiele zeigen:

  • Kobalt (unter anderem in Handy-Akkus): Wird in der Republik Kongo abgebaut, auch unter Einsatz von Kinderarbeit (Bericht Amnesty International)
  • Tantal (unter anderem in Handy-Kondensatoren): Das aus Coltan gewonnene, äußerst seltene Metall wird ebenfalls in den Minen Kongos abgebaut. Dies trägt nicht nur zur Umweltzerstörung bei, sondern ist auch einer der Gründe für den anhaltenden Bürgerkrieg. (Infos zu Tantal/Coltan)
  • Zinn (Lötkontakte im Handy): Wird in Indonesien teilweise illegal abgebaut. Bei der Gewinnung wird der Lebensraum von Tieren und Pflanzen in großem Stil zerstört.

Welchen Beitrag kann man leisten?

  • Auf möglichst faire und nachhaltige Produktion achten!
  • Solange wie möglich nutzen! Warum ein neues Handy kaufen, wenn das alte noch einwandfrei funktioniert?
  • Weitergeben! Entscheidet man sich dennoch für ein neues Gerät, kann man das alte jemandem geben, der noch Verwendung dafür hat. (Vorher Daten löschen!)
  • Reparaturfähig? Schon beim Kauf nachfragen, ob und wie repariert werden kann.
  • Reparieren! In vielen Städten gibt es sogenannte Repair-Cafés, wo man unter Anleitung selbst sein Gerät reparieren kann – aber auch Geschäfte bieten Reparaturen an.
  • Recyceln! Ist es an der Zeit, Geräte (oder Teile davon) zu entsorgen, sollte man sie zum Wertstoffhof oder zu den Händler:innen bringen, diese recyceln dann die einzelnen Bestandteile. Achtung: Akkus aus Lithium-Ionen sind leicht entflammbar und können im Müll großen Schaden anrichten!

Faire Handys

Es gibt auch unterschiedliche Anbieter, die sogenannte Fair Phones verkaufen, wie zum Beispiel das niederländische Fairphone oder das deutsche Shift Phone. Ein Fair Phone zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass es möglichst ohne Ausbeutung von Personen und mit möglichst geringem Schaden für die Umwelt produziert wird. Dabei geht es u.a. darum, Rohstoffe aus geprüften Minen zu verwenden, faire Arbeitsbedingungen zu gewährleisten und durch günstige und einfache Reparaturmöglichkeiten Müll zu vermeiden.

 Digitalisierung_und_Klima.pdf

Unterrichtsmaterial: Digitalisierung und Klima

Im Handbuch "Digitalisierung und Klima" wird das Thema Umweltbewusstsein in der digitalen Welt näher beleuchtet. Es wird hinterfragt, was das Klima mit digitalen Medien und Jugendlichen zu tun hat.

Veröffentlichung: Oktober 2020