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ThemaOnline-„Freund:innen“ – Gefahr durch Cybergrooming
BroschüreSafer Internet in der Volksschule (Thema 12)
Alterab 7-12 Jahre
MaterialKärtchen, Schreibzeug, eine Person, die die Kinder nicht kennen
Dauer1 Unterrichtseinheit
Digitale Kompetenzen digi.komp41.2. „Ich kenne mögliche Gefahren im Umgang mit Personen, die ich nur aus dem Internet kenne und kann mir Hilfe holen."
Medienbildung in der Volksschulekommunikatives Handeln reflektiert wahrnehmen, verstehen und gewaltfrei gestalten; Medieninhalte und Mediengestaltungen kritisch bewerten

Ziele

  • wissen, dass sich Personen online als jemand anderer ausgeben können
  • die Identität einer Person anhand konkreter Fragen überprüfen können
  • „Stopp“ sagen können, wenn etwas Unbehagliches passiert

Ablauf

Die Kinder testen in dieser Übung, wie einfach es ist, falsche Angaben über sich selbst zu machen, und üben, die Onlineidentität einer fremden Person zu überprüfen.

Phase 1

Jedes Kind schreibt eine kurze Beschreibung über sich auf ein Kärtchen, welche stimmen kann, aber nicht muss. Beispiel: „Ich habe rote Haare, ich habe eine Katze.“ Dazu schreibt das Kind seinen Namen auf das Kärtchen. Sammeln Sie anschließend alle Kärtchen ein.

Phase 2

Lesen Sie nun der Person, die Sie zu dieser Übung eingeladen haben (zum Beispiel eine andere Lehrkraft, eine:n Studierende:n, ein Elternteil, ...), der Reihe nach die Beschreibungen auf den Kärtchen vor:

„Wir sind nun im Internet und das habe ich in einem Profil von [Name des Kindes] gefunden: [Inhalt des Kärtchens]"

Die Person, die die Kinder nicht persönlich kennt, muss nun raten, ob die Beschreibung auf das Kind zutrifft oder erfunden ist. Sie darf ein wenig nachfragen und auch auf die Reaktionen der anderen Kinder achten. Manches wird sie richtig einschätzen, andere Dinge nicht.

Phase 3

Leiten Sie zu einer Diskussion über: „Im Internet ist es auch oft so, dass wir Personen begegnen, die wir so – in der Schule oder zuhause – nicht kennenlernen würden. Wie können wir herausfinden, ob die Person im Internet die Wahrheit über sich sagt oder nicht? Stellt euch vor, ihr chattet mit einer Person, die vorgibt, 10 Jahre alt zu sein. Wie könnt ihr herausfinden, ob das stimmt oder nicht? Welche Fragen könnt ihr dieser Person stellen?"

Phase 4

Üben Sie abschließend mit den Schüler:innen, wie sie Widerstand leisten und „Stopp“ sagen können, wenn sie sich bei einem Kontakt im Internet unwohl fühlen (zum Beispiel „Lass mich in Ruhe, sonst sag ich es meinen Eltern!").

Lösungshinweise zu Phase 3

  • möglichst viele und schnelle Fragen stellen
  • Fragen rund um die Interessen der Kinder (zum Beispiel aktuelle Serien, Computerspiele, Helden, Apps, Mode et cetera) zeigen schnell, ob sich die andere Person auskennt oder nicht.

Hintergrundinformation: Online-„Freund:innen“ – Gefahr durch Cybergrooming

Ob in sozialen Netzwerken, Chatrooms oder Spiele-Apps: Kinder treffen im Internet schnell auf Personen, denen sie im normalen Leben nicht begegnen würden. Meist handelt es sich dabei ebenfalls um Kinder, die dieselben Interessen teilen. Manchmal versuchen aber auch Erwachsene, sich – entweder ganz offen oder getarnt als Kind – das Vertrauen von Kindern zu erschleichen, um sie später zu erpressen oder gar sexuell zu missbrauchen. Dann spricht man von Cybergrooming.

Während dieses Thema Eltern und anderen Bezugspersonen zurecht Angst macht, sind Kinder oft noch recht arglos. Vor allem gut behütete Kinder können sich nicht vorstellen, dass ihnen jemand etwas Böses antun möchte. Versuchen Sie, die Kinder auf Gefahren hinzuweisen, ohne sie dabei zu verschrecken!

Online „Stopp“ zu sagen, hilft

Täter:innen, die im Internet Kontakt zu Kindern suchen und auf sexuelle Missbrauchsdarstellungen aus sind, fokussieren sich selten auf nur ein Opfer, sondern versuchen, bei möglichst vielen Kindern gleichzeitig Erfolg zu haben. Leistet ein Kind Widerstand und geht den Forderungen nicht nach, so wird es den Täter:innen in der Regel zu aufwändig und sie wenden sich Kindern zu, die keinen Widerstand leisten. Es lohnt sich also, Gegenwehr zu leisten!

Was Kinder wissen sollten

Manchmal triffst du im Internet auf Personen, die so tun, als wären sie jemand anderer. Oft behaupten sie, gleich alt wie du zu sein, und wollen sich mit dir anfreunden, obwohl es in Wirklichkeit Erwachsene sind. Manche machen sich auf diese Weise nur einen Spaß, andere versuchen aber tatsächlich böse zu sein. Sie wollen dann später vielleicht etwas von dir, was du nicht willst. Das kann zum Beispiel ein Foto sein, wo du nur wenig oder gar nichts an hast, oder sie wollen dich sogar persönlich treffen. Das dürfen sie aber nicht! Wenn dir etwas komisch vorkommt, darfst und sollst du das deinen Eltern, Lehrenden oder anderen sagen. Triff Onlinefreund:innen nie, ohne vorher mit deinen Eltern darüber zu reden und geh auch nie alleine zu so einem Treffen.

Folgende Redewendungen können hilfreich sein

  • „Was du da machst, darfst du nicht!"
  • „Hör' auf damit, ich sag es meinem Vater, der ist Polizist!“
  • „Ich will das nicht, hör' auf damit, sonst sage ich es weiter!"
  • „Ich warne alle anderen Kinder, dass du Sachen machst, die du nicht darfst! Ich habe das in der Schule gelernt!"

Regeln für das Treffen von Onlinefreund:innen

  • vergewissern, dass die Person wirklich die ist, für die sie sich ausgibt (zum Beispiel mit Fragen zu Spielen, Mode oder Musik, die nur Gleichaltrige beantworten können, auf die Probe stellen)
  • vor allem beim ersten Treffen eine erwachsene Person mitnehmen und immer darauf achten, dass mehrere Leute Bescheid wissen, wann und wo das Treffen stattfindet
  • einen Treffpunkt wählen, an dem viele Leute, Licht und Lärm sind
 Safer_Internet_in_der_Volksschule.pdf

Unterrichtsmaterial: Safer Internet in der Volksschule

Schon in der Volksschule spielen Smartphones, Tablets und die damit verbundene Internetnutzung eine große Rolle. In diesem Leitfaden für die Volksschule zeigen wir, welche Themen bereits die Kleinsten beschäftigen und wie sie in den Schulalltag integriert werden können.

Veröffentlichung: August 2023