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Ziele

  • Übergriffiges Verhalten in Partnerschaften erkennen können
  • Wissen, wie man Cybergewalt in Beziehungen vorbeugen kann

Ablauf

Die Jugendlichen reflektieren, was sie in einer Partnerschaft okay finden („Green Flag“) und was nicht („Red Flag“) und erstellen ein Präventionsplakat.

Phase 1

Die Jugendlichen beurteilen die Situationen auf dem Arbeitsblatt und notieren ihre Einschätzungen samt Begründung.

Phase 2

Nun wird in der Gruppe diskutiert:

  • Was sehen wir ähnlich, was anders?
  • Warum denken wir unterschiedlich darüber?
  • Welche Situationen sind besonders bedenklich und warum? Was könnten die Folgen sein?
  • Woran kann man Gewalt in einer Beziehung erkennen? Wie kann man sich davor schützen?

Phase 3

Ausgehend von den Situationen auf dem Arbeitsblatt erstellen die Jugendlichen ein Präventionsplakat für eine Beratungseinrichtung. Ziel ist es, junge Menschen über Cybergewalt in Beziehungen aufzuklären und ihnen zu vermitteln, wie sie übergriffigem Verhalten vorbeugen können.

Achtung

Bedenken Sie, dass auch unter den Teilnehmenden Liebespaare sein könnten – agieren Sie sensibel und versuchen Sie, eventuell aufkommende Emotionen und Themen aufzufangen.


Hintergrundinformation: Prävention von Cybergewalt in Liebesbeziehungen

Liebe ist ein Gefühl der Zuneigung, des Vertrauens und der gegenseitigen Anerkennung. Kontrolle, Überwachung oder Druck gehören nicht zu einer Beziehung auf Augenhöhe – auch wenn sie manchmal fälschlicherweise als Zeichen von Fürsorge oder Treue dargestellt werden.

Ein zentrales Element in jeder gesunden Liebesbeziehung ist das gegenseitige Einverständnis. Das gilt insbesondere für sexuelle Handlungen, zu denen niemand überredet oder gedrängt werden darf.

Gerade im digitalen Raum ist dieser Konsens allerdings nicht immer gegeben. So geschieht etwa das Verschicken eigener Nacktfotos unter Jugendlichen in vielen Fällen nicht freiwillig, wie eine Studie von Saferinternet.at aus dem Jahr 2025* zeigt. Online lässt man sich oftmals besonders leicht unter Druck setzen – gleichzeitig werden digitale Grenzverletzungen vom Umfeld der Betroffenen häufig nicht so ernst genommen, weil sie schwer nachweisbar sind.

Alarmsignale für Cybergewalt

Cybergewalt in Partnerschaften entsteht oft schleichend – durch Verhaltensweisen, die zu Beginn einer Beziehung vielleicht ganz normal erscheinen. Dazu zählen etwa

  • der Zugriff auf digitale Geräte „um zu helfen“ oder „technische Updates zu machen“,
  • das Teilen von Zugangsdaten als vermeintlicher Vertrauensbeweis,
  • das Kontrollieren von Aktivitäten, um „Untreue auszuschließen“ (z. B. mittels Tracking).


Diese scheinbar harmlosen Muster können den Weg zu Überwachung und digitaler Gewalt ebnen. Deshalb muss Prävention bereits am Anfang einer Beziehung ansetzen.

Wichtige Präventionsstrategien

  • Digitale Unabhängigkeit: Jede:r sollte seine Geräte selbst verwalten und sich um Updates kümmern. So gibt es keinen Grund, Zugangsdaten weiterzugeben oder den Zugriff auf Geräte zu erlauben.
  • Vertrauen statt Kontrolle: Echte Liebe bedeutet, der anderen Person zu vertrauen. Überwachung und Kontrolle sind kein Ausdruck von Zuneigung, sondern ein Warnsignal.
  • Klare Regeln für private Inhalte: Fotos, Nachrichten und andere persönliche Informationen dürfen nur mit ausdrücklicher Zustimmung geteilt werden. Die unerlaubte Weitergabe verletzt Grenzen und ist eine Form von Gewalt.
 WEB_OIAT_Broschuere_Sexualitaet_Gewalt.pdf

Pädagogisches Handbuch: Sexualität, Gewalt und digitale Medien

Tipp

Das Handbuch „Sexualität, Gewalt und digitale Medien“ unterstützt pädagogische Fachkräfte bei der Auseinandersetzung mit Sexualität und sexueller Gewalt im Internet und enthält Übungen für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen.

Veröffentlichung: September 2025