Ist doch Standard für Debatten, die von rechts kommen. Für die sind doch Wissenschaftler das personifizierte Feindbild, das ihnen die Schmiergelder klaut.
Wer blaumachen will, findet auch ohne telefonische Krankschreibung einen Weg, sagt Ames. Doch die Zahl der Menschen, die sich aktiv so falsch gegenüber ihrem Arbeitgeber verhalten, sei äußerst gering und liege vermutlich in einem niedrigen einstelligen Prozentbereich. Die Ursache fürs Blaumachen sei in den allermeisten Fällen mitnichten in der Persönlichkeit zu suchen. Der Hauptgrund sind laut der Expertin die Arbeitsbedingungen. “Da muss schon viel in der Beziehung zwischen Arbeitgeber und -nehmer kaputtgegangen sein”, sagt Ames, die auch ein eigenes Beratungsunternehmen führt: EVAO, kurz für Evidenzbasierte Arbeitsgestaltung und Organisationsentwicklung. “Wir wissen aus der Forschung, dass Blaumachen häufig ein Selbstschutz ist - der letzte Ausweg vor Arbeitsbedingungen, die ich nicht mehr aushalte.” Auch ließen manche Arbeitnehmer lieber einzelne Arbeitstage ausfallen, als am Ende wochenlang zu fehlen. Falls nun - wie etwa die Union fordert - Krankschreibungen erschwert werden oder auch die Arbeitszeit erhöht wird, verschärfe sich die Negativspirale, warnen die Psychologen. “Das führt genau zum Gegenteil von dem, was wir eigentlich möchten: Motivierte Beschäftigte, die gerne Leistung zeigen und damit auch unsere Wirtschaftlichkeit im gesamten Land erhöhen”, sagt Ames. Dies liege in der Natur des Menschen: “Wir sind soziale Wesen, die Erfolge feiern wollen. Leistung und Wachstum sind genuine Ziele. Menschen wollen ihren Job gut machen.” Nicht gut gestaltete Arbeitsbedingungen könnten dies jedoch komplett eindämmen - so dass Arbeitnehmer nicht mehr leistungs-, sondern höchstens noch arbeitsfähig sind. Ames’ Forschung ergab, dass ein Viertel der Arbeitnehmer mehrmals pro Woche Schlafprobleme hat. Die Produktivität sei schon längst gestiegen, allerdings innerhalb eines Acht-Stunden-Tages, stellt Ames klar - “Produktivität an Erschöpfungsgrenzen”. Die Fehltage hätten zugenommen, weil die täglichen Anforderungen für viele Menschen nicht mehr positiv bewältigbar seien.
Das erklärt erstaunlich treffend, warum immer die größten Idioten von Chefs sich über das Blaumachen beschweren. Die Chefs, die keine Idioten sind und in ihrer Firma einen vernünftigen Umgang pflegen, haben das Problem anscheinend nämlich nicht.
Das entspricht übrigens auch meinen Erfahrungen: Wenn das Firmenklima einmal in Schieflage geraten ist, dann meldet man sich natürlich schneller krank. Und natürlich sinkt der persönliche Einsatz. Hat man einmal auf den Sack gekriegt, dann startet man halt nicht diese Initiative für die coole neue Aktion, das neue Produkt oder oder sondern macht erstmal nur das, was man als Aufgabe hat. Und das ist für Firmen natürlich Gift und bestimmte Cheftypen reagieren auf diese “sinkende Produktivität” dann mit “Druck” und verstehen nicht, dass sie damit das Gegenteil erreichen, nämlich einen unkreativen Dienst nach Vorschrift ohne Eigeninitiative
Kenn da so nen Hurensohn der noch nie in seinem gesamten Leben was richtiges gearbeitet hat und jetzt aber ganz schön groß die Fresse aufreißt…
Der Hauptgrund sind laut der Expertin die Arbeitsbedingungen.
Tja, ich fürchte leider die CxU möchte genau diese Arbeitsbedingungen behalten/verschärfen, um “wettbewerbsfähig” zu werden.
Einfach mal die Gründe dafür suche, warum die Arbeitnehmer immer öfter krank sind… Pro-Tipp: Es geht oft auch um psychische Probleme!




