Wegen des aufkommenden Wintersturms verzichtete ich schließlich auf die Autofahrt nach Berlin, dafür nahm ich heute den Zug. Zu dieser Uhrzeit fuhr ein Flixtrain. Bin ich noch nie mit gefahren. Da ein Ticket von Flixtrain weniger als die Hälfte des Preises bei der DB kostete und es ausgezeichnet in meine Lebensplanung passte, kaufte ich mir schließlich eine Karte bei dieser kleinen Bahnkonkurrentin.
Nun kenne ich mich bei der Budgetstruktur der Deutschen Bahn nicht aus und weiß auch nichts darüber, wie sich Flixtrain finanziert. Dennoch bin ich ziemlich erstaunt über den Preisunterschied.
Was mir gefällt, ist die pragmatische Einrichtung. Ohne den seltsam unluxuriösen Luxus der ICEs. Das mochte ich auch immer an den schnellen TGVs in Frankreich. Sie haben nichts Luxuriöses an sich. Sie waren einfach nur schnell und sexy. Von A nach B. Ein bisschen wie UNIQLO. Smarte Stangenware, unprätentiös und trotzdem supergut.
Der Flixtrain war von der Bauart her eine Art IC. Aber ohne die schlechte Laune. Das Personal wirkte fröhlich, das ging sofort in mir über. Die Wahrnehmung ist natürlich vollkommen subjektiv und sehr situativ. Neuerdings habe ich die Bahn auch nicht mehr so muffelig wahrgenommen und die TGVs sind heute auch schon wieder anders. Ich fuhr vor 25 Jahren regelmäßig mit dem TGV nach Paris und weiter nach Madrid.
Spannend fände ich es, wenn Flixtrain Hochgeschwindigkeitszüge anschafft. Wie sich das preislich auswirken würde. Der Tenor ist ja, dass Flixtrain so günstig ist, weil sie langsame Verbindungen anbieten, aber das lasse ich nicht gelten. Der Zug ist gleich schnell wie ein IC der DB. Und nein, Research und Entwicklung, sowie Infrastruktur kann man da nicht einrechnen, weil Flixtrain die ja dann über die Miete wieder ausrechnet. Es ist naheliegend, dass die hohen Kosten an den Konzernstrukturen der Bahn liegen. Aber das sagt sich halt so dahin.
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Der Sturm zieht irgendwie nicht richtig an. In Berlin fällt kein Schnee, es ist auch nicht besonders kalt. Auch die Wettersituation in Hamburg scheint den Umständen entsprechend entspannt. Nach der ganzen Aufregung, die ich in den letzten beiden Tagen verspürte, fühlt sich die ausgebliebene Apokalypse noch nicht einmal postapokalyptisch an.