Würde mich interessieren was ihr alle so zu dem Fall denkt.
Einerseits finde ich es etwas lächerlich und überzogen als OB den Verkehrspolizisten zu spielen und Personalien aufzunehmen.
Andererseits beklagen ich auch immer wieder und mehr, was wir Leuten in den Öffis alles durchgehen lassen. Gruppen die rum pöbeln, laute Beleidigungen bis hin zu Drohungen sind halt echt an der Tagesordnung. Bin neulich im Regio fast von nem besoffenen Fußballfan zusammenschlagen worden, weil ich eingegriffen hatte nachdem er ne junge Mutter beleidigt hatte bis die aus dem Zug geflohen ist. Anstatt die Arschlöcher in ihre Schranken zu weisen haben alle nur betreten weg geschaut.
Ich sehe also absolut den Punkt, dass wir im öffentlichen Raum wieder mehr von uns gegenseitig grundlegenden Anstand einfordern sollten und auch dafür eintreten, was wir für richtig halten.
Ob das mit einschließt als OB die Fahrgastregeln der 1. Klasse im Regio zu verteidigen kann man vermutlich diskutieren.
Also der Zugbegleiter hat eigentlich im Zug und den meisten Interaktionen dort wesentlich mehr Autorität als irgendein Bürgermeister. Im sozialen Kontext Zug ist der absolut “oben”.
Legitimierte Autorität anzuerkennen ist in dem Fall einfach Teil von geordneten sozialen Interaktion in einer Gesellschaft.
Gesellschaftliche Verteilungsfragen usw. kann man m.E. gut mit einem Schichtenmodell auch moralisch analysieren und da muss man moralisch wenig Hemmnisse haben, die oberen sozialen Schichten mit Samthandschuhen anzufassen…
ABER ich finde sozialer Anstand und das zwischenmenschliche Miteinander ist davon nur in Extremfällen berührt.
Palmer hätte die Jugendlichen nicht herablassend behandeln sollen. Die Jugendlichen hätten nicht mit Beleidigungen um sich schweißen sollen.
Dass Palmer Bürgermeister ist gibt ihm keine legitime Autorität im Zug, aber gibt m.E. auch der Gesellschaft keinen Freifahrtschein ihm prinzipiell zynisch und beleidigend zu begegnen weil der gesellschaftlich irgendwo “oben” steht.