Arbeitsspeicher-Krise: Samsung verkauft nicht mehr an Samsung

Die Preiskrise bei Arbeitsspeicher nimmt immer groteskere Formen an. Jetzt soll sich sogar Samsungs Halbleiter-Sparte geweigert haben, die Smartphone-Abteilung des eigenen Unternehmens mit den wertvollen Chips zu versorgen.
Samsung, Arbeitsspeicher, DRAM, LPDDR5
Samsung

Externe Kunden zahlen mehr

Hintergrund ist die komplexe Struktur des Samsung-Konglomerats. Unter dem Dach des Konzerns arbeiten viele teils weitgehend eigenst�ndige Tochterunternehmen. Samsung Electronics produziert Smartphones, Tablets sowie Notebooks, w�hrend Samsung Semiconductor Global die Speicherchips f�r Hersteller weltweit liefert.

Normalerweise greift die Ger�tesparte bevorzugt auf die Ressourcen des Schwesterunternehmens zur�ck. Doch die aktuelle Marktlage stellt diese internen Abl�ufe auf den Kopf, wie das US-Magazin PCWorld berichtet.


Da hyperskalierende Rechenzentren f�r ihre KI-Server enorme Mengen an RAM nachfragen und bereit sind, H�chstpreise zu zahlen, priorisieren Hersteller wie Samsung, SK Hynix und Micron inzwischen diese Kunden. F�r sie ist das lukrativer, als langfristige Liefervertr�ge mit geringeren Margen einzugehen.

Im Zuge dessen habe nun auch Samsung Semiconductor einen urspr�nglich geplanten Gro�auftrag des Gesch�ftsbereichs "Mobile Experience" abgelehnt. Die Smartphone-Sparte wollte sich Preise und Mengen f�r ein Jahr sichern, bekam am Ende aber nur ein kurzfristiges Abkommen mit kleineren Mengen zu deutlich h�heren Konditionen. Konkret bedeutet dies: Man weigert sich, das eigene Schwesterunternehmen nach den bisherigen Gepflogenheiten mit Chips zu versorgen, da externe Kunden viel mehr zu zahlen bereit sind.

Teurere Smartphones

Dies d�rfte fr�her oder sp�ter auch bei den Endkunden sp�rbar werden: Man kann davon ausgehen, dass Samsung-Smartphones aufgrund dessen teurer oder mit weniger Arbeitsspeicher ausgestattet werden. Ganz allein ist der Konzern mit dem Problem nicht. Auch andere Hersteller k�mpfen mit explodierenden RAM-Kosten. Das Raspberry-Pi-Projekt hat deshalb schon Preiserh�hungen vorgenommen, PC-Produzent Lenovo soll sogar aktiv Speicher horten, um sich gegen weitere Marktverwerfungen abzusichern.

Besserung ist nicht in Sicht. Prognosen des Speicherspezialisten TeamGroup zufolge haben sich manche Komponentenpreise auf dem Gro�markt zuletzt verdreifacht, w�hrend fertige Speichermodule innerhalb eines Monats um bis zu 100 Prozent teurer wurden. Ohne einen abrupten Einbruch der Nachfrage rechnen Branchenbeobachter damit, dass die Knappheit mindestens bis 2027 anhalten k�nnte und Verbraucher noch lange mit hohen Preisen leben m�ssen.
Zusammenfassung
  • Samsungs Halbleitersparte liefert nicht mehr an eigene Smartphone-Abteilung
  • KI-Rechenzentren zahlen H�chstpreise und werden bei RAM-Lieferungen bevorzugt
  • Smartphone-Sparte bekam statt Jahresvertrag nur kurzfristiges Abkommen zu h�heren Preisen
  • Samsung-Smartphones k�nnten k�nftig teurer werden oder weniger Arbeitsspeicher haben
  • Auch andere Hersteller k�mpfen mit explodierenden RAM-Kosten und Lieferengp�ssen
  • Speicherpreise haben sich teilweise verdreifacht oder sind um bis zu 100 Prozent gestiegen
  • Branchenexperten erwarten anhaltende Knappheit und hohe Preise mindestens bis 2027

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