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Cake day: February 3rd, 2026

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  • Du nutzt kein Google mehr, hast WhatsApp gelöscht und dein Browser sendet keine Daten an Microsoft. Glückwunsch, du hast den digitalen Stecker gezogen. Aber hast du mal einen Blick in dein Depot geworfen?

    Das Problem mit dem MSCI World

    Der MSCI World gilt als Standardempfehlung in der deutschsprachigen Finanz-Community. »Einfach einen ETF auf den MSCI World kaufen und liegen lassen« – das klingt vernünftig, und in vielen Punkten ist es das auch. Doch der Name täuscht. Von einer ausgewogenen Abbildung der Welt kann jedenfalls keine Rede sein.

    Der Index enthält aktuell rund 1300 Unternehmen aus 23 Industrieländern. Klingt breit gestreut, ist aber stark von den USA geprägt: Der US-Anteil liegt derzeit grob bei rund 70 %. Und ein erheblicher Teil davon entfällt auf wenige Konzerne: Apple, Microsoft, Nvidia, Amazon, Alphabet und Meta bringen es zusammen auf mehr als 20 % des gesamten Index.

    Warum das so ist

    Der MSCI World gewichtet seine Positionen nach Marktkapitalisierung. Das bedeutet: Je größer ein Unternehmen und je höher seine Börsenbewertung, desto stärker ist es im Index vertreten. Weil die US-Technologiekonzerne in den vergangenen Jahren enorm gewachsen sind, dominieren sie den Index heute stärker als noch vor einigen Jahren. Das führt dazu, dass neues Geld, das in den Index fließt, automatisch überproportional in die größten Unternehmen gelenkt wird – ganz ohne aktive Entscheidung der Anleger.

    Ein häufiges Missverständnis ist, dass dieses Geld direkt an die Unternehmen fließt. Das stimmt so nicht: ETF-Käufe an der Börse sind zunächst Sekundärmarktgeschäfte zwischen Anlegern. Der Zusammenhang ist aber trotzdem real. Wenn die Nachfrage nach einem ETF stark steigt, schaffen autorisierte Teilnehmer neue ETF-Anteile und kaufen dafür die zugrunde liegenden Aktien am Markt. Das kann zusätzlichen Kaufdruck erzeugen und Bewertungen stützen. Höhere Bewertungen nützen den Unternehmen durchaus – etwa bei Kapitalerhöhungen, aktienbasierten Übernahmen und der Vergütung von Führungskräften über Aktienprogramme. Der einzelne Sparplan bewegt den Kurs von Apple nicht messbar, aber die kollektive Nachfrage von Millionen Anlegern, die in dieselben Indizes investieren, bleibt nicht folgenlos.

    Mögliche Alternativen

    Die schlechte Nachricht zuerst: Es gibt keine perfekte Lösung. Jede Alternative hat gewisse Einschränkungen, aber sie bieten mehr Kontrolle darüber, wo dein Kapital landet. Manche Alternativen reduzieren vor allem den US-Anteil, andere das Gewicht von Big Tech, wieder andere filtern zusätzlich problematische Branchen nach ethischen Kriterien aus. Alles auf einmal bekommst du in der Praxis nur selten:

    Stoxx Europe 600: Dieser Index enthält 600 europäische Unternehmen aus 17 Ländern. Ein US-Tech-Übergewicht gibt es hier nicht. Dafür verschieben sich die Schwerpunkte: Stärker vertreten sind etwa Finanzwerte, Industrie, Pharma, Energiekonzerne oder auch Rüstungsunternehmen, was je nach persönlichem Standpunkt ebenfalls kritisch gesehen werden kann.
    MSCI World ex USA: Der Name sagt es. Alle entwickelten Märkte außer den USA. Japan, UK, Frankreich, Deutschland, Kanada – breit gestreut, aber eben ohne den amerikanischen Teil. Wer die US-Dominanz reduzieren, aber trotzdem global investieren möchte, ist hier besser aufgestellt als mit dem klassischen MSCI World.
    FTSE All-World ex USA: Ähnlich wie der MSCI World ex USA, deckt aber auch Schwellenländer ab. Breiter, aber mit entsprechend mehr politischem und wirtschaftlichem Risiko.
    

    Wer noch einen Schritt weiter gehen möchte, kann sich SRI-ETFs ansehen. SRI steht für sozial verantwortliches Investieren. Solche ETFs arbeiten je nach Indexregelwerk mit Ausschlüssen, Kontroversenfiltern und ESG-Rankings. Viele Produkte schließen beispielsweise Rüstung, fossile Brennstoffe, Tabak oder kontroverse Geschäftsfelder aus. Welche Branchen oder Unternehmen konkret herausfallen, hängt aber stark vom jeweiligen Regelwerk ab.

    Das Problem: Einen SRI-ETF, der gleichzeitig auf US-Werte verzichtet oder sich rein auf Europa beschränkt, gibt es nur in Ansätzen. Der Markt bietet zwar zahlreiche SRI-Varianten klassischer Weltindizes, diese enthalten aber in der Regel weiterhin US-Unternehmen und damit oft auch große Technologiekonzerne. Wer also sowohl auf Big Tech als auch auf ethisch problematische Branchen verzichten möchte, hat derzeit nur wenige, aber immerhin konkrete Optionen.

    Ein konkreter Ansatz ist der SPDR STOXX Europe 600 SRI UCITS ETF (ISIN: IE00BK5H8015). Er baut auf dem STOXX Europe 600 auf, wendet aber zusätzliche Ausschluss-, Kontroversen- und ESG-Filter an. Aktuell umfasst der Fonds rund 200 Positionen statt der 600 Titel des Ausgangsindex – eine spürbare Konzentration, die man kennen sollte.

    Wer mehr Fondsgröße als Sicherheitspuffer möchte, kann alternativ zum iShares MSCI Europe SRI UCITS ETF (ISIN: IE00B52VJ196) greifen. Er ist mit knapp 3 Mrd. € Fondsvolumen deutlich etablierter und kostet mit 0,20 % TER etwas mehr. Basis ist hier der MSCI Europe statt dem STOXX 600, was einen leicht anderen Zuschnitt bedeutet, aber an der Grundidee nichts ändert: Europa und kein US-Tech.

    Rendite und Diversifikation leiden

    Der US-Aktienmarkt hat internationale Aktien in den vergangenen Jahrzehnten klar outperformt. Je nach Datenbasis liegt der Renditevorsprung gegenüber einem MSCI World ex USA langfristig grob bei rund 2,5 bis 3 Prozentpunkten pro Jahr. Das klingt zunächst überschaubar, macht über 20 oder 30 Jahre beim Endvermögen aber einen erheblichen Unterschied.

    Dazu kommt ein zweiter, oft unterschätzter Punkt: Wer den US-Markt (Rund 70 % der globalen Marktkapitalisierung) bewusst aus dem Depot verbannt, verzichtet nicht nur potenziell auf Rendite, sondern auch auf Diversifikation. Breite Streuung gilt in der Finanzwissenschaft nicht umsonst als einziger »Free Lunch« – also als seltener Fall, in dem sich Risiko senken lässt, ohne dass dafür zwingend Rendite geopfert werden muss. Wer diesen Vorteil aufgibt, sollte das mit offenen Augen tun.

    Klar ist aber auch: Zukünftige Entwicklungen lassen sich nicht vorhersagen. Vielleicht dreht sich das Bild, vielleicht auch nicht. Aber die Kosten dieser Entscheidung sind real – finanziell wie strukturell.

    Fazit

    Digitale Selbstbestimmung endet nicht bei den Browsereinstellungen. Wer konsequent handeln möchte, sollte auch einen Blick ins Depot werfen – nicht um Geldanlage grundsätzlich infrage zu stellen, sondern um bewusster zu entscheiden, wie das eigene Kapital investiert wird.

    Alternativen zum klassischen MSCI World gibt es, und sie sind für viele Anleger durchaus praktikabel. Sie sind kein perfekter Ersatz und nicht ohne Nachteile. Wer US-Konzerne oder Big-Tech-Titel im Depot reduziert, trifft eine bewusste Entscheidung – mit möglichen Einbußen bei Rendite und Diversifikation, aber auch mit dem Ziel, das eigene Geld nicht automatisch in Unternehmen zu lenken, deren Geschäftsmodell man kritisch sieht.

    Den digitalen Stecker bei Big Tech zu ziehen, ist ein Anfang. Beim Investieren genauer hinzuschauen, kann der konsequente nächste Schritt sein – sofern man bereit ist, die finanziellen und strukturellen Folgen dieser Entscheidung mitzutragen.




  • Erst Maduro, nun der Irankrieg: Wenn Prediction Markets Schlagzeilen machen, dann meistens in Verbindung mit Insider Trading. Doch wie groß ist das Problem wirklich?

    Kurz vor dem Angriff der USA auf den Iran wettete der User @Magamyman auf Polymarket auf den Militärschlag. Kurz darauf war er um mehr als eine halbe Million US-Dollar reicher. Hatte er nur Glück? Oder wusste er, was passieren wird, und profitierte durch Insiderhandel auf einem vergleichsweise lax regulierten Prediction Market?

    Auf der Blockchain-basierten Plattform Polymarket kann man so ziemlich alles wetten: auf Kriegsgeschehen, den Preis von Bitcoin und Rohöl, die Anzahl von Musks Tweets in einem bestimmten Zeitraum, wie viele Vulkane ausbrechen, wie oft ein bestimmtes Wort auf einer Rede oder in einem Youtube-Video gesagt wird.

    Allgemeinte Bekanntheit erlangte der Prediction Market während der US-Wahl 2024, als dort – entgegen traditionellen Meinungsumfragen – Donald Trump als nächster US-Präsident vorhergesagt wurde. Wieder in den Schlagzeilen, und diesmal wegen des Verdachts auf Insider Trading, war Polymarket während der Festnahme von Nicholas Maduro, als ein Nutzer aus 30.000 mehr als 450.000 US-Dollar machte.

    Polymarket schließt Insider-Wetten nicht explizit aus

    Das Risiko für Insider-Trading ist bei Wetten, bei denen bestimmte Menschen Vorwissen haben, vorprogrammiert. Und während in den AGB anderer Prognosemärkte wie Kalshi, dem größten Konkurrenten von Polymarket, Insider-Wetten explizit ausgeschlossen werden, verweist Polymarket lediglich darauf, dass sich die Nutzer an die Regeln des Landes halten sollen, in dem sie ansässig sind.

    In Deutschland sind nur lizenzierte Glücksspielangebote, zum Beispiel Sportwetten bei lizensierten Anbietern, erlaubt. Wetten auf politische oder gesellschaftliche Ereignisse – sogenannte Gesellschaftswetten – sind dagegen praktisch nicht lizenzierbar und gelten daher als unerlaubtes Glücksspiel. Prediction Markets sind bislang weder klar in das deutsche Glücksspielrecht noch in das Finanzmarktrecht integriert.

    In den USA werden sogenannte Event-Kontrakte zunehmend als Finanzderivate behandelt. Plattformen, die solche Märkte anbieten wollen, müssen sich bei der Commodity Futures Trading Commission (CFTC) registrieren lassen.

    US-Nutzer bekommen nur eine abgespeckte Version

    Polymarket, ein ursprünglich offshore registriertes Unternehmen, durfte nach einer Strafzahlung mit der CFTC im Jahr 2022 mehrere Jahre lang keine US-Nutzer bedienen. Seit 2025 arbeitet das Unternehmen jedoch über eine erworbene, CFTC-lizenzierte Derivatebörse wieder am US-Markt und bietet dort eine regulierte Version seiner Prediction Markets mit KYC-Pflicht und eingeschränkter Marktstruktur an. Dass einige US-Nutzer dennoch durch ein VPN auf die uneingeschränkte Version zugreifen, ist wahrscheinlich.

    Und wer prüft überhaupt, wer dort was wettet? Bisher: weniger Justiz, sondern mehr Analyseplattformen, Medien und Nutzer auf X.

    So fand der Guardian beispielsweise heraus, dass mehrere neugegründete Konten das Treffen von Selenskyj und Trump Ende 2025 richtig vorhersagten, mit einem Gewinn von 154.000 US-Dollar. “Blockchain-Daten deuten darauf hin, dass die Konten möglicherweise gemeinsam geführt werden. Drei der Wallets, die diese Konten finanzieren, weisen Transaktionen untereinander auf, und vier sind mit demselben Binance-Wallet verbunden. Die Wallets interagieren häufig mit einer in der Ukraine gegründeten Kryptowährungsbörse, und eines davon zeigt die ukrainische Flagge mit dem Bio-Text #standwithUkraine” , schreibt der Guardian(öffnet im neuen Fenster) .

    Im Zusammenhang mit mutmaßlichem Insider Trading und dem Irankrieg berichtete das Analyseunternehmen Bubblemaps(öffnet im neuen Fenster) von sechs Konten auf Polymarket, die kurz vor Kriegsbeginn gegründet wurden und zusammen rund 1,2 Million US-Dollar Gewinn erzielten. Sie hatten darauf gewettet, dass die USA bis zum 28. Februar den Iran angreifen würden.

    Solche Nachforschungen sind möglich, weil sich Nutzer auf Polymarket mit einem Krypto-Wallet registrieren und dementsprechend sowohl Transaktionsbewegungen als auch die Aktivität und der Eröffnungszeitpunkt der Wallets auf der Blockchain für alle einseh- und auswertbar sind.









  • Ab dem 1. Juli ersetzt die Grundsicherung das Bürgergeld. Die Reform hat auch für ETF-Sparer Folgen. Neben einem angepassten Schonvermögen fällt die Karenzzeit weg.

    Berlin – Diese Woche will die Koalition aus SPD und Union die geplante Umgestaltung des Bürgergelds in die neue Grundsicherung beschließen. Die neue Regelung könnte auch Auswirkungen auf ETF-Sparer haben. Denn: Sollte man künftig mehr als den Freibetrag in einen ETF investiert haben, müsste man den Überschuss abstoßen – auch wenn der ETF gerade im Minus ist. Die Karenzzeit wird ebenfalls komplett gestrichen.

    Im aktuellen Bürgergeldsystem waren Investitionen in ETFs als private Altersvorsorge während der Karenzzeit bis 40.000 Euro geschützt. Dieser Schutz fällt mit Inkrafttreten der neuen Grundsicherung jedoch weg. Auch die Freibeträge sollen nach unten angepasst werden. Ab Juli gilt ein Schonvermögen bis 20 Jahre von 5000 Euro. Zwischen 21 und 40 Jahren ein Schonvermögen von 10.000 Euro. Zwischen 41 und 50 Jahren ein Schonvermögen von 12.500 Euro und ab 51 Jahren ein Schonvermögen von 15.000 Euro.

    ETF-Sparer von Bürgergeld-Reform betroffen: Grundsicherung ohne Karenzzeit

    Das Kalkül hinter der Änderung: Vorrangig soll eigenes Einkommen und Vermögen eingesetzt werden, bevor Grundsicherung fließt. Wenn man mehr als das angesetzte Vermögen hat, muss man dieses zunächst aufbrauchen, bevor man die Grundsicherung beantragen kann. Auch ETF-Sparer, die langfristig privat vorsorgen wollen, sind davon betroffen.

    Auf Anfrage unserer Redaktion bestätigte das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS): „Die Grundsicherung für Arbeitsuchende ist eine steuerfinanzierte Leistung, die sicherstellt, dass Menschen, denen es vorübergehend nicht möglich ist, ihren Lebensunterhalt ganz oder teilweise aus eigenen Mitteln zu finanzieren, nicht in existenzielle Not geraten. Sie ist eine nachrangige Leistung. Das heißt, dass die Betroffenen zunächst ihr Einkommen und Vermögen zur Sicherung ihres Lebensunterhalts einsetzen müssen.“

    Neues Schonvermögen bei Grundsicherung: ETF-Sparer müssten Anteile verkaufen für Grundsicherung

    Für Menschen, die privat mittels ETF-Sparplan vorsorgen und unverschuldet kurzzeitig in die Erwerbslosigkeit abrutschen, ist die neue Regelung besonders bitter. Die Alternative wäre, die ETF-Anteile zu verkaufen und stattdessen sein Erspartes in eine Riester-Rente oder ein ähnliches Produkt zu stecken, das vom Schonvermögen ausgenommen ist.

    Die Reform des Bürgergelds soll in erster Linie verschärfte Regeln für die rund 5,3 Millionen Bezieherinnen und Bezieher des Bürgergelds bringen – etwa Totalsanktionen bei drei versäumten Jobcenter-Terminen. Der arbeitsmarktpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Marc Biadacz (CDU), sagte der Deutschen Presse-Agentur am Montag (2. März): „Das Kapitel Bürgergeld ist abgeschlossen.“ Mit der Reform werde ein neues Kapitel aufgeschlagen. „Wir schaffen ein System, das denen, die sich ernsthaft bemühen, eine echte Perspektive bietet und gleichzeitig deutlich macht: Wer Unterstützung sucht, muss auch Verantwortung übernehmen“, sagte Biadacz.

    Laut Recherchen des Sterns sollen Jobcenter bei Terminversäumnissen zudem künftig ein amtsärztliches Attest verlangen können, nicht nur einen Krankenschein vom Hausarzt. Das Gesetz, das noch vom Bundesrat gebilligt werden muss, soll großteils am 1. Juli 2026 in Kraft treten. (Quellen: dpa/Stern/eigene Recherche) (sischr)