Abstract
Die Scholastik im Sinne einer einheitlichen und umfassenden Philosophie des christlichen Mittelalters, die durch ein bestimmtes Thema, bestimmte Lehrmeinungen und eine ganz bestimmte Methode gekennzeichnet ist und in einem ganz bestimmten, kanonischen Verhältnis zum Glauben steht, gibt es nicht. Vielmehr zeigt sich innerhalb dieser Epoche ein von Autor zu Autor variierendes „Spannungsgefüge“. Auf der einen Seite steht die antik-pagane Philosophie (zunächst identisch mit den artes liberales, insbesondere mit der Dialektik im Sinne der logica vetus, dann auch im Sinne der logica nova, dazu treten schließlich auch die Hauptschriften des AristotelesAristoteles zusammen mit den Kommentaren des AverroesAverroes, aber auch Texte jüdischer und islamischer Philosophie: Koch 1961, 1494 f.), die auf jeweils verschiedene Art und Weise eine Kritik, Rezeption und auch Transformation erfährt.