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online seit 17.11.2025

Advent, Advent – nicht alles glänzt! Vorsicht vor unseriösen Adventkalender-Shops!

Adventkalender versüßen Groß und Klein die Vorweihnachtszeit. Doch alle Jahre wieder versuchen auch unseriöse Anbieter, Profit aus dem Weihnachtsgeschäft zu schlagen.

Bild eines Adventkalenders.

1. Qualitätsmängel und Versand aus dem Ausland

Ob für Puzzleliebhaber, Sportfans oder Sammler: Das breite Angebot an Adventskalendern auf engeliebe.de scheint keine Wünsche offen zu lassen. Ein Blick auf die Kundenbewertungen zeigt jedoch ein anderes Bild. Über 90 Prozent der Bewertungen auf dem Portal Trustpilot sind negativ. Dabei betreffen die häufigsten Beschwerden minderwertige Produkte, fehlende Rücksendemöglichkeiten oder komplett ausbleibende Lieferungen. Zudem werden viele der Kalender bei anderen Händlern deutlich günstiger angeboten.

2. Irreführende Angaben zum Produkt

Mittlerweile gibt es Adventskalender auch als Erlebnisvarianten. So bietet beispielsweise adventfortwo.com zwei aufeinander abgestimmte Paarkalender für rund 45 Euro an. Kleine Aufgaben sollen den Alltag bereichern und für gemeinsame Freude sorgen. Auf der Website präsentieren Kund:innen ihre Kalender stolz in den Händen.

Unabhängige Bewertungsportale zeichnen jedoch ein anderes Bild: Viele Käufer:innen sind enttäuscht. Statt eines hochwertigen physischen Kalenders erhalten sie lediglich eine digitale Datei zum Selbstausdrucken – ein Detail, das vermutlich bewusst nur am Rande erwähnt wird.

3. Falscher Inhalt und fehlende Rücksendemöglichkeit

Ein weiteres Beispiel für irreführende Angebote ist der Emotional Support (deutsch: „emotionaler Beistand“) Adventskalender, der auf unterschiedlichen Websites angeboten wird. Laut Beschreibung soll er mit 24 gehäkelten Figuren und positiven Botschaften Trost spenden. Für 24,99 Euro wird er angeblich zum halben Preis angeboten und wirbt mit „100 Prozent garantierter Qualität“. Sollte man nicht zufrieden sein, kümmere sich der Shop angeblich um eine Lösung.

In Wahrheit entpuppt sich das Angebot jedoch als dreiste Werbelüge: Statt liebevoll gehäkelter Figuren erhalten Käufer:innen flache Plastikbilder in einer Box – ohne Türchen und nicht einmal im Stil eines echten Adventskalenders. Eine Rücksendung ist kaum möglich und kostet rund 25 Euro rund so viel wie der Kalender selbst.

4. Betrügerischer Shop

Besonders aufpassen, muss man vor Online-Shops wie freigexact.com: Kund:innen berichten, dass sie überhaupt kein Produkt erhalten. Es handelt sich offenbar um einen klassischen Fake-Shop, der vorsätzlich keine Waren liefert und ausschließlich auf Zahlungen aus ist.

Woran erkennt man unseriöse Online-Shops?
  • Impressum prüfen: Seriöse Shops geben ein vollständiges Impressum mit Namen, Adresse und Kontaktmöglichkeiten an. Fehlt diese Angabe oder befindet sich der Sitz im Ausland, ist Vorsicht geboten.

  • Bilder-Rückwärtssuche: Problematische Online-Shops bieten günstige Produkte (von Temu, eBay & Co.) oft zu einem höheren Preis an. Um dies zu überprüfen, können Sie die Produktbilder des Anbieters über die Rückwärtssuche bei Google hochladen.

  • Zu günstige Preise: Liegt der Preis deutlich unter dem üblichen Preis für das Produkt, sollten Sie misstrauisch werden.

  • Kontaktmöglichkeiten: Seriöse Anbieter sind per E-Mail, Telefon oder Chat erreichbar. Wenn es nur ein Kontaktformular ohne Rückmeldung gibt, ist das ein schlechtes Zeichen.

  • Unabhängige Bewertungen prüfen: Allzu positive Kundenbewertungen auf der Shop-Website sind oft gefälscht. Suchen Sie deshalb gezielt nach Erfahrungsberichten auf unabhängigen Portalen, um ein realistischeres Bild zu erhalten.

  • Zahlung per Kreditkarte: Fake-Shops bieten oft ausschließlich diese Zahlungsmethode an.

Ich habe bestellt! Was kann ich tun?
  • Kontaktieren Sie den Online-Shop: Auch wenn Fake-Shops in der Regel nicht antworten, sollten Sie den Shop kontaktieren. Erklären Sie, dass Sie vom Vertrag zurücktreten und fordern Sie eine Rückerstattung des Kaufpreises. Bei den meisten Zahlungsdienstleistern (wie zum Beispiel bei PayPal oder Kreditkarte), müssen Sie nachweisen, dass Sie den Fake-Shop kontaktiert haben, bevor Sie eine Rückerstattung veranlassen können.

  • Geld zurückfordern bei Bestellungen in einem problematischen Online-Shop: Das bestellte Produkt entspricht nicht Ihren Erwartungen und eine Rücksendung gestaltet sich schwierig? Hier finden Sie Tipps, wie Sie Ihr Geld möglicherweise zurückerhalten: www.watchlist-internet.at/news/was-tun-wenn-sie-bei-einem-problematischen-online-shop-bestellt-haben/.

  • Geld zurückfordern bei Bestellungen in einem Fake-Shop: Sie haben keine Ware erhalten? Kontaktierten Sie Ihr Kreditkartenunternehmen und erklären Sie die Situation. Bitten Sie um eine Rückerstattung der Beträge. Oft ist es auch ratsam, Ihre Karte zu sperren.

  • Erstatten Sie eine Anzeige bei der Polizei.

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